Heute, am 23. Juli, jährt sich der Todestag von Götz von Berlichingen, einem der berühmtesten und schillerndsten Rittersoldaten des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit. Götz von Berlichingen, auch bekannt als der „Ritter mit der eisernen Hand“, starb am 23. Juli 1562. Sein Leben und seine Taten sind bis heute von großer Faszination und Legenden umwoben.
Gottfried „Götz“ von Berlichingen wurde im Jahr 1480 auf der Burg Jagsthausen geboren. Sein Leben war von den Wirren der Zeit, dem Streben nach Freiheit und Gerechtigkeit sowie zahlreichen Fehden und Kämpfen geprägt. Bereits im jungen Alter trat er als Soldat in den Dienst verschiedener Herren, was in den unruhigen Zeiten des 15. und 16. Jahrhunderts keine Seltenheit war. Die politische und soziale Ordnung im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation war im Umbruch, und der junge Götz fand sich bald inmitten von Schlachten und Konflikten wieder.
Eine seiner bekanntesten und schicksalhaftesten Episoden ereignete sich im Jahr 1504 während der Belagerung von Landshut. In einer Schlacht verlor Götz seine rechte Hand durch einen Kanonenschuss. Doch statt sich aus dem Kampfgeschehen zurückzuziehen, ließ er sich eine eiserne Prothese anfertigen, die ihm fortan den Beinamen „Ritter mit der eisernen Hand“ einbrachte. Diese Prothese, ein technisches Meisterwerk ihrer Zeit, ermöglichte es ihm, weiterhin als Krieger und Anführer zu agieren. Die eiserne Hand wurde zu einem Symbol seines unerschütterlichen Willens und seiner Widerstandskraft.
Im Laufe seines Lebens war Götz von Berlichingen in zahlreiche Fehden verwickelt, die oft aus persönlichen oder territorialen Streitigkeiten entstanden. Besonders bekannt ist seine Fehde mit dem Schwäbischen Bund, einem Zusammenschluss schwäbischer Städte und Fürsten, der die Interessen der Städte gegen die Übergriffe des Adels schützen sollte. Götz jedoch sah in den Maßnahmen des Bundes eine Bedrohung für seine persönliche Freiheit und Unabhängigkeit.
Im Jahr 1512 wurde er sogar gefangen genommen und bis 1514 in Heilbronn inhaftiert. Doch auch diese Gefangenschaft konnte seinen Freiheitsdrang nicht brechen. Er setzte seine Fehden fort und kämpfte unter anderem gegen die Reichsstadt Nürnberg und andere mächtige Gegner.
Ein weiteres bedeutendes Kapitel in Götz‘ Leben war seine Beteiligung am Deutschen Bauernkrieg von 1524/1525. Obwohl er selbst dem Adel angehörte, stellte er sich an die Spitze eines Bauernheeres, das gegen die Unterdrückung und die Ausbeutung durch den Adel und die Kirche aufbegehrte. Diese Episode zeigt seine Ambivalenz und seine komplexe Haltung gegenüber den sozialen und politischen Verhältnissen seiner Zeit.
In diesem Zusammenhang entstand auch das berühmte „Götz-Zitat“, das von Johann Wolfgang von Goethe in dessen Drama „Götz von Berlichingen“ verewigt wurde: „Er aber, sag’s ihm, er kann mich im Arsche lecken!“ Diese Worte, die Götz angeblich einem kaiserlichen Abgesandten entgegenschleuderte, sind bis heute sprichwörtlich für seinen rebellischen Geist und seine Verachtung gegenüber Autoritäten.
In seinen späteren Jahren zog sich Götz von Berlichingen auf seine Burg Hornberg zurück und schrieb seine Autobiographie, die als eine der bedeutendsten Ritterchroniken gilt. Diese Schrift bietet einen einzigartigen Einblick in das Leben und Denken eines Ritters jener Zeit und ist eine wertvolle Quelle für Historiker und Literaturliebhaber gleichermaßen.
Götz von Berlichingen starb am 23. Juli 1562 im Alter von 82 Jahren auf Burg Hornberg. Sein Grab befindet sich in der Kirche von Schöntal, wo er seine letzte Ruhe fand.
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