Am 16. August ist der Tag der Rückflussverhinderung (National Backflow Prevention Day). Der Aktionstag stammt aus den USA und macht auf ein technisches Thema aufmerksam, das im Alltag kaum sichtbar ist, für die Sicherheit der Trinkwasserversorgung aber eine wichtige Rolle spielt. Im Mittelpunkt stehen sogenannte Rückflussverhinderer. Sie sollen verhindern, dass verunreinigtes Wasser aus angeschlossenen Leitungen oder Anlagen zurück in das Trinkwassernetz gelangt.
Normalerweise fließt Trinkwasser nur in eine Richtung, nämlich vom öffentlichen Versorgungsnetz zu den Verbrauchsstellen. Unter bestimmten Umständen kann sich die Fließrichtung jedoch umkehren. Ursache können beispielsweise Druckabfälle im öffentlichen Leitungsnetz oder ein höherer Druck in einer angeschlossenen Anlage sein. Dann besteht die Gefahr, dass Wasser aus Heizungsanlagen, Bewässerungssystemen, industriellen Einrichtungen oder anderen angeschlossenen Bereichen zurück in die Trinkwasserleitung gedrückt oder gesaugt wird.
Solche Vorgänge werden als Rückfluss bezeichnet. Problematisch werden sie vor allem dann, wenn das zurückströmende Wasser mit Chemikalien, Krankheitserregern oder anderen Stoffen belastet ist. Deshalb kommen in vielen Installationen technische Sicherungseinrichtungen zum Einsatz. Dazu gehören je nach Anwendung Rückflussverhinderer, Rohrtrenner oder andere Sicherungsarmaturen.
Der Tag der Rückflussverhinderung wurde 2021 vom amerikanischen Unternehmen Watts Water Technologies ins Leben gerufen. Als Datum wählte man bewusst den 16. August. Hintergrund ist ein schwerer Krankheitsausbruch während der Weltausstellung von Chicago im Jahr 1933.
Damals erkrankten zahlreiche Menschen an Amöbenruhr. Untersuchungen brachten den Ausbruch unter anderem mit der Wasserversorgung zweier Hotels in Verbindung. Verunreinigtes Wasser konnte offenbar in Bereiche des Trinkwassersystems gelangen. Insgesamt wurden Tausende Erkrankungen registriert, zahlreiche Menschen starben. Der Vorfall wurde später zu einem wichtigen Beispiel dafür, welche Folgen fehlerhafte Verbindungen zwischen Trinkwasserleitungen und anderen Wassersystemen haben können.
In den folgenden Jahrzehnten wurden Vorschriften für Trinkwasserinstallationen und technische Sicherungen weiterentwickelt. Heute gehören entsprechende Schutzmaßnahmen in vielen Ländern zum Standard der Gebäudetechnik. Dabei reicht es allerdings nicht aus, eine Sicherungseinrichtung lediglich einzubauen. Viele Systeme müssen regelmäßig geprüft und gewartet werden, damit sie im Ernstfall zuverlässig funktionieren.
Der Aktionstag richtet sich deshalb besonders an Installateure, Planer, Prüfer und andere Fachleute aus der Wassertechnik. Gleichzeitig soll er Verbraucher daran erinnern, dass sauberes Trinkwasser keineswegs selbstverständlich ist. Hinter dem Wasser, das täglich aus dem Hahn kommt, steckt ein umfangreiches Netz aus Leitungen, Kontrollen und technischen Sicherheitsmaßnahmen.
Der 16. August widmet sich damit einem eher unscheinbaren Bestandteil moderner Infrastruktur. Rückflussverhinderer gehören zu den technischen Einrichtungen, die im Idealfall niemand bemerkt. Gerade darin liegt ihre Bedeutung: Sie sollen verhindern, dass aus einem kleinen Problem in einer einzelnen Installation eine Gefahr für die Trinkwasserversorgung wird.
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