Am 9. September wird weltweit der „Internationale Tag des typografisch richtigen Apostrophs“ gefeiert; ein scheinbar unscheinbares, aber bedeutungsvolles Ereignis für Freunde der Typografie und sprachliche Genauigkeit. Was auf den ersten Blick wie eine Nebensächlichkeit im Schriftbild erscheint, hat einen festen Platz in der Welt der Sprache und präzisen Kommunikation: der Apostroph. Doch was macht diesen kleinen Strich so wichtig, dass ihm ein eigener Gedenktag gewidmet wird?
Der Apostroph (oder auch Hochkomma genannt) begegnet uns im Alltag häufig, sei es in Plakaten, Werbeanzeigen oder auf Social Media. Doch die korrekte Verwendung ist keineswegs selbstverständlich. Oft wird das Zeichen falsch gesetzt oder durch das einfache gerade Strichlein (‚), das sogenannte „Prime“, ersetzt. Dabei hat der typografisch richtige Apostroph (’) eine wichtige Funktion: Er zeigt Auslassungen in Wörtern an und sorgt dafür, dass der Lesefluss nicht ins Stocken gerät.
So steht er im Deutschen beispielsweise bei Auslassungen von Buchstaben („das ist’s“) oder „Freud’scher Versprecher“ aber auch bei Genitiven von Namen‚ die auf einen S-Laut enden wie Hannes’ Aktentasche oder Moritz’ Hemd. Leider findet man im Deutschen immer häufiger falsche Apostrophe, die mehr oder weniger liebevoll „Deppenapostroph“ genannt werden, etwa in „Hanna’s Blumenladen“ oder „Eva’s Kneipe“.
Warum also all diese Aufregung um den richtigen Apostroph? Der Apostroph steht nicht nur für sprachliche Präzision, sondern auch für ästhetische Schönheit im Schriftbild. Im typografischen Sinne sorgt er für Klarheit und vermeidet Missverständnisse. Ein korrekt gesetzter Apostroph zeigt, dass sich der Verfasser Gedanken über die formale Richtigkeit seiner Texte gemacht hat.
Der Internationale Tag des typografisch richtigen Apostrophs soll genau das ins Bewusstsein rücken: den sorgsamen Umgang mit Typografie und Orthografie, besonders in einer digitalen Welt, in der die Schnelllebigkeit oft zu Nachlässigkeiten führt. Während Textverarbeitungsprogramme oder Smartphone-Tastaturen den korrekten Apostroph oft automatisch setzen, sollte der bewusste Nutzer diesen Prozess dennoch kontrollieren und sicherstellen, dass das richtige Zeichen verwendet wird.
Der heutige Tag ist eine Aufforderung an alle, genauer hinzusehen. Das richtige Setzen von Zeichen mag eine kleine, fast unsichtbare Kunst sein, doch sie ist von großer Bedeutung für die Wahrung unserer Sprachkultur. Neben dem Apostroph gibt es noch viele andere typografische Feinheiten, die für die Schönheit und Lesbarkeit eines Textes entscheidend sind; vom Gedankenstrich über die Anführungszeichen bis hin zu den Abständen zwischen Buchstaben.
Auch wenn der „Internationale Tag des typografisch richtigen Apostrophs“ kein offizieller Feiertag ist, erinnert er uns daran, dass Sprache und Typografie Werkzeuge sind, die unsere Gedanken in klare, präzise und ästhetische Formen gießen.
Erfunden hat diesen Tag im Jahr 2018 übrigens der Designer Roland Scheil. Als Begründung schreibt er auf seiner Webseite: „Um das Krankheitsbild der Apostrophitis mit allen Erscheinungsformen mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, habe ich den 9.9. zum »Internationalen Tag des typografisch richtigen Apostrophs« ausgerufen.“
Vielleicht denken Sie bei Ihrem nächsten geschriebenen Satz einmal bewusst darüber nach, ob der Apostroph an der richtigen Stelle sitzt; und ob er tatsächlich notwendig ist. Denn oft zeigt sich in den kleinen Dingen die größte Sorgfalt.

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