Am 31. Oktober jährt sich der Todestag von Max Reinhardt. Der österreichische Theater- und Filmregisseur, Intendant, Theaterproduzent und Theatergründer gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Theatermacher des 20. Jahrhunderts. Mit seinen innovativen und spektakulären Inszenierungen revolutionierte er die Theaterkunst und prägte das deutsche und internationale Theatergeschehen für mehr als ein Vierteljahrhundert.
Max Reinhardt wurde am 9. September 1873 als Maximilian Goldmann in Baden bei Wien geboren. Er begann seine Karriere als Schauspieler in Wien und Salzburg, bevor er nach Berlin ging, wo er bald zu einem gefeierten Regisseur und Intendanten aufstieg. Er gründete und leitete mehrere Theater in Berlin, darunter das Deutsche Theater, die Kammerspiele, das Kleine Theater, das Neue Theater und das Große Schauspielhaus. Er inszenierte Werke von Shakespeare, Goethe, Schiller, Ibsen, Strindberg, Wedekind, Hofmannsthal, Schnitzler und vielen anderen. Er arbeitete mit berühmten Schauspielern wie Alexander Moissi, Albert Bassermann, Werner Krauß, Paul Wegener, Tilla Durieux und seiner zweiten Ehefrau Helene Thimig zusammen. Er entdeckte auch junge Talente wie Marlene Dietrich, Elisabeth Bergner und Peter Lorre.
Reinhardt war ein Meister der Bühnenästhetik und der Massenregie. Er experimentierte mit verschiedenen Bühnenformen, wie der Drehbühne, dem Rundhorizont, der Arenabühne und dem Spiel im Zuschauerraum. Er schuf illusionistische, sinnenbetörende Theaterfeste, die nichts mit dem Alltag zu tun haben sollten. Er setzte Licht, Musik, Farbe und Bewegung gekonnt ein, um die Stimmung und Atmosphäre seiner Inszenierungen zu verstärken. Er war auch ein Pionier der Opernregie und arbeitete mit Komponisten wie Richard Strauss, Engelbert Humperdinck und Kurt Weill zusammen.
Reinhardt war nicht nur in Berlin aktiv, sondern auch in Wien, wo er das Theater in der Josefstadt leitete, und vor allem in Salzburg, wo er 1920 die Salzburger Festspiele begründete. Seine Jedermann-Inszenierung auf dem Domplatz wurde zum Symbol der Festspiele und ist bis heute ein Publikumsmagnet. Seine letzte große Inszenierung in Salzburg war Goethes Faust in der Felsenreitschule von 1933 bis 1937, die als legendär gilt.
Reinhardt war jedoch nicht nur ein erfolgreicher Theatermacher, sondern auch ein politisch verfolgter Flüchtling. Als Jude musste er 1933 vor den Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen. Sein Besitz wurde beschlagnahmt und seine Bühnen geschlossen oder gleichgeschaltet. Er ging zunächst nach Österreich, wo er noch einige Jahre im Theater in der Josefstadt arbeitete, bis auch dort die Nazis die Macht übernahmen. 1938 musste er auch aus Österreich fliehen und verlor sein geliebtes Schloss Leopoldskron bei Salzburg. Er emigrierte in die Vereinigten Staaten, wo er versuchte, an seine früheren Erfolge anzuknüpfen. Er inszenierte einige Broadway-Stücke und Hollywood-Filme, darunter eine Verfilmung von Shakespeares Ein Sommernachtstraum mit Mickey Rooney und James Cagney. Er starb am 31. Oktober 1943 in New York an den Folgen eines Schlaganfalls.
Max Reinhardt hinterließ ein reiches künstlerisches Erbe, das bis heute nachwirkt. Seine Inszenierungen beeinflussten Generationen von Regisseuren wie Bertolt Brecht, Erwin Piscator, Peter Brook, Peter Stein und Robert Wilson. Seine Bühnen wurden zu Orten der Theatergeschichte und der kulturellen Identität. Seine Salzburger Festspiele sind zu einem weltweit bekannten Festival geworden. Sein Leben war geprägt von Leidenschaft für das Theater, aber auch von Leid und Verlust. Er war ein Theatergenie, das die Welt veränderte.

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- Geisterhafte Überraschung im verfluchten Kühlschrank KI wn: Daniela Niedermeier | Daniela Niedermeier