Heute vor 351 Jahren starb einer der größten Dramatiker der französischen Literatur: Jean-Baptiste Poquelin, besser bekannt als Molière. Seine Komödien wie “Tartuffe”, “Don Juan” oder “Der eingebildete Kranke” sind bis heute unvergessen und werden weltweit aufgeführt.
Molière wurde am 15. Januar 1622 in Paris geboren, als Sohn eines Polsterers, der dem Königshof diente. Er besuchte das Jesuitenkolleg von Clermont, wo er seine ersten Theatererfahrungen machte. Er brach jedoch sein Jurastudium ab und schloss sich einer Schauspieltruppe an, die unter dem Namen “Illustre Théâtre” durch Frankreich reiste. Er nahm den Künstlernamen Molière an, um seine Familie nicht zu beschämen.
Nach zwölf Jahren des Wanderns kehrte Molière 1658 nach Paris zurück und erhielt die Gunst von König Ludwig XIV., der ihm die Erlaubnis gab, im Palais Royal zu spielen. Dort schrieb er seine berühmtesten Werke, die oft die Heuchelei, den Fanatismus, die Eitelkeit und die Dummheit seiner Zeitgenossen anprangerten. Er griff dabei auf die Traditionen der italienischen Commedia dell’arte, der antiken Satire und der französischen Farce zurück.
Molière war nicht nur Autor, sondern auch Schauspieler und Theaterdirektor. Er spielte selbst die Hauptrollen in seinen Stücken und kümmerte sich um alle Aspekte der Inszenierung. Er war ein Perfektionist, der sich ganz seiner Kunst widmete, aber auch ein Geschäftsmann, der die Gunst des Publikums und des Königs suchte. Er hatte viele Bewunderer, aber auch viele Feinde, die seine Werke als blasphemisch, unmoralisch oder unanständig verurteilten.
Molière starb am 17. Februar 1673, kurz nachdem er in “Der eingebildete Kranke” einen Anfall erlitten hatte. Er war 51 Jahre alt und litt an Tuberkulose. Er wurde nachts und ohne religiöse Zeremonie auf dem Friedhof von Saint-Joseph beigesetzt, da die Kirche ihm die letzte Ölung verweigerte. Sein Grab wurde später mehrmals umgebettet und seine Gebeine befinden sich heute im Pariser Pantheon.
Molière hinterließ ein reiches und vielfältiges Werk, das die Entwicklung der französischen Sprache und Literatur beeinflusste. Er gilt als der Meister der klassischen Komödie und als einer der Vorläufer der Aufklärung. Seine Stücke sind universell und zeitlos, da sie die menschliche Natur in all ihren Facetten zeigen. Er ist einer der meistgespielten und meistgelesenen Autoren der Welt und seine Werke sind Teil des kulturellen Erbes der Menschheit.

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