Am 6. November jährt sich der Todestag von Pyotr Ilyich Tschaikowski, einem der bedeutendsten und beliebtesten russischen Komponisten aller Zeiten. Seine Werke, die Elemente der russischen Volksmusik mit der westlichen Kunstmusik verbinden, haben Generationen von Musikliebhabern und Musikschaffenden auf der ganzen Welt beeinflusst und inspiriert.
Tschaikowski wurde am 7. Mai 1840 in Wotkinsk, einer Stadt im Uralgebirge, geboren. Er war der zweite von sechs Kindern einer wohlhabenden Familie. Sein Vater war ein Bergbauingenieur und seine Mutter eine gebildete Frau mit französischen und ukrainischen Wurzeln. Tschaikowski zeigte schon früh eine musikalische Begabung und lernte Klavier spielen. Seine Mutter förderte sein Interesse an der Musik, aber sein Vater wollte, dass er eine Beamtenkarriere einschlug. Er schickte ihn auf eine Rechtsschule in Sankt Petersburg, wo er 1859 seinen Abschluss machte und im Justizministerium zu arbeiten begann.
Doch die Musik ließ ihn nicht los. Er besuchte Konzerte und Opern und studierte privat Komposition. 1862 gab er seinen Beamtenjob auf und schrieb sich am neu gegründeten Konservatorium in Sankt Petersburg ein, wo er bei Anton Rubinstein und Nikolai Zaremba studierte. Er war einer der ersten professionell ausgebildeten russischen Komponisten und wurde 1866 als Kompositionslehrer an das Moskauer Konservatorium berufen, wo er bis 1878 blieb.
In Moskau entstanden einige seiner ersten bedeutenden Werke, wie die Ouvertüre Romeo und Julia (1869/70), die Opern Der Wojewode (1868) und Opritschnik (1874) und das erste Klavierkonzert in b-Moll (1874/75), das zu einem seiner populärsten Werke wurde. Er pflegte auch Kontakte zu anderen russischen Komponisten, wie der Gruppe der Fünf, die eine nationalrussische Musik anstrebten, und zu seinem Gönner Nikolai Rubinstein, dem Bruder von Anton Rubinstein und dem Direktor des Moskauer Konservatoriums.
Tschaikowski führte jedoch ein unglückliches Privatleben. Er war homosexuell, was zu seiner Zeit gesellschaftlich geächtet und strafbar war. Er litt unter Depressionen, Selbstzweifeln und Einsamkeit. Er versuchte, seine Neigungen zu verbergen, und ging 1877 eine kurze und unglückliche Ehe mit einer ehemaligen Schülerin ein, die er bald wieder verließ. Er versuchte auch, sich das Leben zu nehmen, indem er sich in die Moskwa stürzte.
In dieser schweren Zeit fand er eine neue Freundin und Förderin in Nadeschda von Meck, einer reichen Witwe und Musikliebhaberin, die ihm eine jährliche Pension gewährte, die ihn finanziell unabhängig machte. Die beiden führten eine intensive Brieffreundschaft, die 13 Jahre lang dauerte, aber sie trafen sich nie persönlich. Sie tauschten sich über Musik, Literatur, Kunst und persönliche Angelegenheiten aus und unterstützten sich gegenseitig in schwierigen Zeiten.
Mit der Hilfe von Nadeschda von Meck konnte Tchaikovsky sich ganz der Musik widmen. Er reiste viel durch Europa und Amerika und dirigierte seine eigenen Werke. Er schuf einige seiner berühmtesten Kompositionen, wie die Opern Eugen Onegin (1877/78) und Pique Dame (1890), die Ballette Schwanensee (1875/76), Dornröschen (1888/89) und Der Nussknacker (1891/92), die Ouvertüre 1812 (1880), die Fantasie-Ouvertüre Romeo und Julia (1869/80), das Violinkonzert in D-Dur (1878) und die Sinfonien Nr. 4 (1877/78), Nr. 5 (1888) und Nr. 6 (1893), die sogenannte Pathétique, die sein letztes und vielleicht persönlichstes Werk war.
Tschaikowski starb am 6. November 1893 in Sankt Petersburg an Cholera, die er sich vermutlich durch das Trinken von verseuchtem Wasser zugezogen hatte. Er war 53 Jahre alt. Sein Tod löste eine große Trauer in Russland und in der ganzen Welt aus. Er wurde auf dem Alexander-Newski-Friedhof in Sankt Petersburg beigesetzt. Sein Grab wurde zu einem Wallfahrtsort für seine Bewunderer.
Tschaikowski gilt heute als einer der größten russischen Komponisten und als einer der bedeutendsten Vertreter der Romantik. Seine Musik zeichnet sich durch eine reiche Melodik, eine farbenfrohe Instrumentation, eine emotionale Tiefe und eine dramatische Kraft aus. Er verband die klassischen Formen der westlichen Musiktradition mit den Einflüssen der russischen Volksmusik und schuf so einen unverwechselbaren und universellen Stil. Seine Werke haben die Entwicklung der Musik im 20. Jahrhundert beeinflusst und werden bis heute auf der ganzen Welt gespielt und geliebt.
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