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22. Februar 1680 – Hinrichtung der Giftmischerin La Voisin

Am 22. Februar 1680 endete das Leben einer der berüchtigtsten Frauen der französischen Geschichte.

Am 22. Februar 1680 endete das Leben einer der berüchtigtsten Frauen der französischen Geschichte: Catherine Monvoisin, besser bekannt als La Voisin, wurde auf der Place de Grève in Paris auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Sie war eine der Hauptfiguren in der sogenannten Giftaffäre, einem Skandal, der das Frankreich Ludwigs XIV. in den 1670er und 1680er Jahren erschütterte.

La Voisin war eine erfolgreiche Wahrsagerin, Hebamme und Alchemistin, die ihren Kunden nicht nur Horoskope, Liebestränke und Abtreibungen anbot, sondern auch Gifte, um unliebsame Personen aus dem Weg zu räumen. Sie soll mehr als 2.500 Säuglinge getötet haben, um ihr Blut für schwarze Messen zu verwenden, bei denen sie angeblich den Teufel anrief und ihm Opfer darbrachte. Zu ihren Kunden zählten viele Mitglieder des Hochadels, darunter auch Madame de Montespan, die langjährige Mätresse des Königs.

Die Giftaffäre kam ans Licht, nachdem die Marquise de Brinvilliers 1676 wegen mehrfachen Giftmordes hingerichtet wurde. Der König setzte daraufhin eine Sonderkommission ein, die Chambre ardente, um die Gerüchte über weitere Giftmorde und Hexerei zu untersuchen. Die Chambre ardente verhörte unter Folter Hunderte von Verdächtigen und Zeugen und deckte ein weitverzweigtes Netzwerk von Giftmischern, Zauberern, Priestern und Adligen auf, die in die Affäre verwickelt waren.

La Voisin wurde 1679 verhaftet und gestand unter der Folter zahlreiche Verbrechen, darunter auch den Versuch, den König zu vergiften. Sie belastete auch Madame de Montespan schwer, die sie beschuldigte, an ihren schwarzen Messen teilgenommen und den Tod der Königin gewünscht zu haben. Der König soll von diesen Anschuldigungen erfahren haben, aber aus Angst vor einem Skandal die Ermittlungen gegen seine Mätresse gestoppt haben. Madame de Montespan wurde nie vor Gericht gestellt, verlor aber bald darauf die Gunst des Königs.

La Voisin wurde zusammen mit anderen Komplizen zum Tode verurteilt und am 22. Februar 1680 hingerichtet. Sie soll bis zum Ende ihre Unschuld beteuert und keine Reue gezeigt haben. Die Giftaffäre wurde 1682 offiziell beendet, nachdem mehr als 30 Personen hingerichtet, 23 verbannt und viele weitere bestraft worden waren. Die Affäre gilt als einer der größten Kriminalfälle der französischen Geschichte und als ein dunkles Kapitel in der Herrschaft des Sonnenkönigs.

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