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2. Dezember 1814 – Todestag Marquis de Sade

Am 2. Dezember jährt sich der Todestag von Marquis de Sade. Der französische Aristokrat, Philosoph und Schriftsteller ist vor allem für seine expliziten sexuellen Werke bekannt, die Gewalt, Kriminalität und Gotteslästerung gegen die katholische Kirche zeigen.

Am 2. Dezember jährt sich der Todestag von Marquis de Sade. Der französische Aristokrat, Philosoph und Schriftsteller ist vor allem für seine expliziten sexuellen Werke bekannt, die Gewalt, Kriminalität und Gotteslästerung gegen die katholische Kirche zeigen. Sein Name ist zum Synonym für Sadismus geworden, eine Form der sexuellen Spielart, die Lust oder Befriedigung aus der Demütigung oder Quälerei anderer Menschen zieht.

Marquis de Sade wurde am 2. Juni 1740 in Paris geboren. Sein Onkel Abbé de Sade erzog ihn zu einem Freidenker und beeinflusste sein späteres Denken. Als Jugendlicher ließ er sich zum Kavalleristen ausbilden und diente während des gesamten Siebenjährigen Krieges Frankreich treu. Erst danach begann er einen ausschweifenden Lebenswandel zu führen. Er verschleuderte sein Vermögen in Spielsalons und für seine Geliebten. Seine Eltern arrangierten eine Ehe mit Rennée Pélagie de Montreuil, einer wohlhabenden Dame aus erstklassiger Gesellschaft. Trotz seiner Neigungen entwickelte sich zwischen den beiden eine skurrile Liebesbeziehung.

De Sade geriet jedoch immer wieder in Konflikt mit dem Gesetz und der Moral seiner Zeit. Er wurde mehrmals wegen sexueller Straftaten, versuchten Mordes, Entführung und Folter angeklagt. Er floh nach Italien, wurde zum Tode verurteilt, brach aus dem Gefängnis aus und versuchte, sein Todesurteil aufzuheben. Er wurde im Jahr 1777 ins Gefängnis von Vincennes eingesperrt, wo er seine ersten literarischen Werke schrieb. Sieben Jahre später wurde er in die berüchtigte Bastille verlegt, wo er lebenslänglich bleiben sollte. Dort entstanden seine bekanntesten und skandalösesten Werke wie “Die 120 Tage von Sodom”, “Justine oder Die Leiden der Tugend” und “Juliette oder Die Vorteile des Lasters”.

Während der Französischen Revolution wurde er aus der Bastille befreit und wurde ein gewählter Delegierter des Nationalkonvents. Er setzte sich für die Abschaffung der Todesstrafe, die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Religionsfreiheit ein. Er wurde jedoch bald wieder verhaftet, weil er gegen die Jakobiner opponierte. Er verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in der Irrenanstalt von Charenton, wo er weiterhin schrieb und Theaterstücke inszenierte. Er starb am 2. Dezember 1814 an einer Lungenentzündung.

Das Werk von Marquis de Sade ist bis heute umstritten. Für manche Kritiker ist er ein amoralisches Ungeheuer, ein Sitten- und Jugendverderber, gar ein Krimineller. Für andere ist er ein verkanntes literarisches Genie, ein Vorkämpfer der sexuellen Befriedigung der Frau, ein Philosoph, der die Aufklärung vollendete. Die Surrealisten bewunderten seine literarische und philosophische Kreativität und nannten ihn “Le Divin Marquis” (Der Göttliche Marquis). Seine Werke wurden oft zensiert, verboten oder vernichtet. Erst im 20. Jahrhundert wurden sie wiederentdeckt und neu bewertet.

Marquis de Sade bleibt eine faszinierende und provokative Figur der Weltliteratur und -geschichte. Sein Leben und sein Werk regen immer noch zu Diskussionen, Debatten und Interpretationen an. Er fordert uns heraus, unsere eigenen Grenzen, Werte und Vorstellungen zu hinterfragen.

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