Er war ein einflussreicher und zugleich unauffälliger Musiker der Rockgeschichte: J.J. Cale, der am 5. Dezember seinen Geburtstag feiern würde. Seine Songs wie “After Midnight”, “Cocaine” oder “Call Me the Breeze” wurden von Größen wie Eric Clapton, George Harrison oder Neil Young gecovert und machten ihn zum Vorbild für viele Gitarristen. Doch Cale selbst blieb stets bescheiden und zurückhaltend, fernab vom Rummel des Musikgeschäfts.
J.J. Cale wurde an 5. Dezember 1938 in Oklahoma City geboren, wuchs aber in Tulsa auf, wo er die Musikszene mitprägte. Er spielte in verschiedenen Bands, bevor er 1964 nach Los Angeles zog, um als Studiomusiker zu arbeiten. Dort nahm er auch seine ersten eigenen Songs auf, die jedoch zunächst wenig Beachtung fanden. Erst als Eric Clapton 1970 eine Version von “After Midnight” veröffentlichte, die ein Hit wurde, erregte Cale die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Er bekam einen Plattenvertrag und brachte 1972 sein Debütalbum “Naturally” heraus, das seinen typischen Stil etablierte: eine Mischung aus Rockabilly, Blues, Jazz und Country, die er als “Tulsa Sound” bezeichnete.
Cale war ein Perfektionist, der oft alle Instrumente selbst einspielte und seine Aufnahmen sorgfältig abmischte. Er legte Wert auf einen warmen, organischen Klang, der seine sanfte, flüsternde Stimme und sein virtuoses, aber unaufdringliches Gitarrenspiel zur Geltung brachte. Er vermied es, sich in den Vordergrund zu drängen oder zu übertreiben, sondern setzte auf Finesse und Eleganz. Seine Songs waren kurz und knapp, seine Texte oft lakonisch und humorvoll. Er sang über das Leben auf der Straße, die Liebe, das Glück und die Drogen, ohne dabei sentimental oder moralisch zu werden.
Cale hatte in seiner Karriere nur einen eigenen großen Hit: “Cocaine”, das 1977 in den Charts landete und später ebenfalls von Clapton gecovert wurde. Er veröffentlichte insgesamt 16 Studioalben, die alle von Kritikern und Fans geschätzt wurden, aber nie große Verkaufszahlen erreichten. Er tourte nur selten und mied die Medien. Er lebte lange Zeit in einem Wohnwagen in Kalifornien, bevor er sich mit seiner Frau, der Gitarristin Christine Lakeland, in einem Haus in Escondido niederließ. Er war zufrieden mit seinem Status als Kultfigur und sagte einmal: “Ich bin kein Star, ich bin nur ein Musiker.”
Cale starb am 26. Juli 2013 an einem Herzinfarkt im Alter von 74 Jahren. Er hinterließ ein reiches musikalisches Erbe, das von vielen Künstlern gewürdigt wurde. 2006 veröffentlichte er ein gemeinsames Album mit seinem Freund und Bewunderer Eric Clapton, das mit einem Grammy ausgezeichnet wurde. 2014 erschien ein Tributalbum mit dem Titel “The Breeze: An Appreciation of JJ Cale”, an dem neben Clapton auch Mark Knopfler, Tom Petty, Willie Nelson und andere teilnahmen. Cale wurde in die Oklahoma Music Hall of Fame und die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Er gilt als einer der Meister des Minimalismus und als einer der originellsten und authentischsten Musiker der Rockgeschichte.
Bild: Louis Ramirez | CC BY-SA 2.0 GenericBildquellen auf dieser Seite:
- J.J._CALE_cropped-Louis-Ramirez-CC2: Louis Ramirez | CC BY-SA 2.0 Generic
- Philips Gebäude alex-vd-slikke-lZgQC4fSsWc-unsplash: Unsplash+ | Unsplash+
- Casino Person sieht Karte an curated-lifestyle-KFWSdGirT24-unsplash: Unsplash+ | Unsplash+
- Asphalt mit Dampfwalze getty-images-6E8Rn_qRrMw-unsplash: Unsplash+ | Unsplash+
- REI_E-Werk-I_01-Elektricitaets-Werke-Reichenhall-Gemeinfrei: Toni Schmidberger | Gemeinfrei
- Historischer Zug Rheingold KI wn: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier