Am 13. Dezember 1915 wurde einer der markantesten Schauspieler des 20. Jahrhunderts geboren: Curd Gustav Andreas Gottlieb Franz Jürgens. Heute erinnern wir uns an den Mann, dessen beeindruckende Präsenz auf der Leinwand und auf der Bühne Generationen von Zuschauern in seinen Bann gezogen hat.
Curd Jürgens wurde in München als Sohn eines Kaufmanns und einer Lehrerin geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Berlin und in Frankreich, was seinen internationalen Blick und seine spätere Mehrsprachigkeit prägte. Ursprünglich strebte Jürgens eine Karriere als Journalist an, doch seine Frau, die Schauspielerin Louise Basler, überzeugte ihn, eine Schauspielkarriere zu beginnen.
Nach einer Schauspielausbildung und ersten Engagements an Theatern in Berlin und Wien begann Jürgens in den 1930er Jahren, sich einen Namen zu machen. Während des Zweiten Weltkriegs geriet er jedoch in Konflikt mit den Nationalsozialisten und wurde zeitweise inhaftiert. Diese Erfahrung prägte ihn tief und verlieh seinem späteren Schaffen eine besondere Ernsthaftigkeit.
Jürgens‘ Durchbruch als Filmschauspieler kam 1955 mit der Hauptrolle in „Des Teufels General“, einer Verfilmung des gleichnamigen Dramas von Carl Zuckmayer. In der Rolle des General Harras, der zwischen Pflichtbewusstsein und moralischer Integrität zerrissen ist, bewies er seine Vielschichtigkeit und emotionale Tiefe. Seine imposante Erscheinung, Jürgens war über 1,90 Meter groß, und sein kraftvolles Spiel brachten ihm den Spitznamen „der normannische Kleiderschrank“ ein.
Von da an ging es steil bergauf. In den folgenden Jahren arbeitete Jürgens nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich, Italien, Großbritannien und den USA. Er war einer der wenigen deutschsprachigen Schauspieler seiner Zeit, die international anerkannt wurden.
In den 1960er und 1970er Jahren machte sich Jürgens einen Namen in Hollywood. Besonders in Erinnerung bleibt seine Rolle als Bösewicht Karl Stromberg in dem James-Bond-Film „Der Spion, der mich liebte“ (1977) an der Seite von Roger Moore. Als megalomanischer Industrieller, der die Weltordnung durch eine Unterwasserzivilisation ersetzen will, brachte Jürgens eine faszinierende Mischung aus Kälte und Eleganz auf die Leinwand.
Neben seiner Filmkarriere war Jürgens auch ein gefeierter Bühnenschauspieler und bewies seine Vielseitigkeit in klassischen Stücken und modernen Dramen. Auch als Regisseur versuchte er sich, etwa mit Filmen wie „Poppies Are Also Flowers“ (1966), einem Agententhriller mit Starbesetzung.
Sein Privatleben war ebenso schillernd wie seine Karriere. Jürgens war fünfmal verheiratet und genoss das Leben in vollen Zügen. Seine Memoiren „… und kein bißchen weise“ (1976) geben einen faszinierenden Einblick in das Leben eines Mannes, der stets zwischen Ruhm, Erfolg und persönlichen Herausforderungen balancierte.
Curd Jürgens starb am 18. Juni 1982 in Wien. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Wiener Zentralfriedhof, wo er neben anderen Größen des deutschsprachigen Theaters und Films begraben liegt.
Mit über 160 Film- und Fernsehrollen sowie unzähligen Bühnenauftritten bleibt Jürgens eine prägende Figur der deutschsprachigen und internationalen Filmgeschichte. Seine Darstellungen von starken, oft ambivalenten Charakteren sind zeitlos und inspirieren noch heute.
Curd Jürgens war weit mehr als nur ein Schauspieler – er war ein Weltbürger, ein Charismatiker und ein Künstler, der sein Publikum stets herausforderte und faszinierte. Sein Geburtstag ist ein Anlass, sein Werk und seine außergewöhnliche Persönlichkeit zu würdigen.
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