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9. Mai 2026 – Tag des Sieges in Russland

Der Tag des Sieges (День Победы) in Russland erinnert jedes Jahr am 9. Mai an die Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschland und an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa.

Der Tag des Sieges (День Победы) in Russland erinnert jedes Jahr am 9. Mai an die Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschland und an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. Dass Russland diesen Tag einen Tag später begeht als viele westliche Länder, hat mit der Uhrzeit der Unterzeichnung zu tun. Die endgültige Kapitulationsurkunde wurde am späten Abend des 8. Mai 1945 in Berlin-Karlshorst unterzeichnet; in Moskau war es wegen der Zeitverschiebung bereits der 9. Mai.

In Russland ist dieser Tag eng mit dem Begriff des Großen Vaterländischen Krieges verbunden. Damit ist der Krieg der Sowjetunion gegen Deutschland von 1941 bis 1945 gemeint, beginnend mit dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941. Der Krieg hinterließ eine kaum vorstellbare Zerstörung. Rund 27 Millionen Sowjetbürger starben, darunter Soldaten, Zivilisten, Kriegsgefangene, Juden, Partisanen und Menschen in belagerten Städten. Orte wie Leningrad, Stalingrad, Kursk oder Sewastopol wurden zu Symbolen von Leid, Widerstand und militärischer Opferbereitschaft.

Die erste große Siegesparade fand nicht am 9. Mai, sondern am 24. Juni 1945 auf dem Roten Platz in Moskau statt. Marschall Georgi Schukow nahm die Parade ab, Soldaten der Roten Armee marschierten durch die Hauptstadt, erbeutete deutsche Fahnen wurden vor dem Lenin-Mausoleum niedergeworfen. Dieses Bild wurde zu einem zentralen Bestandteil der sowjetischen Erinnerung. Dennoch war der 9. Mai zunächst nicht jedes Jahr ein großer staatlicher Feiertag. In der unmittelbaren Nachkriegszeit standen Wiederaufbau, Versorgung und politische Kontrolle im Vordergrund.

Erst 1965, zum 20. Jahrestag des Sieges, erhielt der 9. Mai in der Sowjetunion wieder eine herausgehobene Rolle und wurde dauerhaft als arbeitsfreier Feiertag begangen. Unter Leonid Breschnew entwickelte sich der Tag zu einem wichtigen Bestandteil sowjetischer Staatsidentität. Veteranen wurden geehrt, Denkmäler eingeweiht, Schulbücher, Filme und Lieder prägten ein gemeinsames Bild des Krieges. Der Sieg über Hitlerdeutschland wurde zum moralischen Fundament der Sowjetunion nach 1945.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion blieb der Tag des Sieges auch in Russland bedeutsam. In den 1990er Jahren waren die Feiern zurückhaltender, doch im Familiengedächtnis blieb der 9. Mai tief verankert. Seit den 2000er Jahren gewann er unter Wladimir Putin wieder stark an staatspolitischer Bedeutung. Die Militärparaden auf dem Roten Platz wurden größer, moderne Waffensysteme wurden gezeigt, nationale Einheit und militärische Stärke stärker betont.

Ein jüngeres Element der Erinnerung ist das sogenannte Unsterbliche Regiment. Seit 2012 tragen Menschen bei Gedenkzügen Fotos von Angehörigen, die im Krieg gekämpft oder gelitten hatten. Ursprünglich war dies eine bürgerschaftliche Form des Erinnerns, später wurde sie zunehmend in die offizielle Symbolik eingebunden.

Bis heute bleibt der 9. Mai in Russland emotional stark aufgeladen. Er ist Familiengedächtnis, Staatsritual, Militärparade und politische Botschaft zugleich. Seine historische Grundlage ist eindeutig: Die Sowjetunion trug einen entscheidenden und opferreichen Anteil am Sieg über das nationalsozialistische Deutschland. Seine heutige Bedeutung ist komplizierter. Der Tag des Sieges bewahrt die Erinnerung an Millionen Tote; zugleich zeigt er, wie Geschichte von Staaten geformt, vereinnahmt und für gegenwärtige Machtpolitik genutzt werden kann.

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  • Pablo_Neruda_by_Annemarie_Heinrich_1967-Gemeinfrei: Annemarie Heinrich | Gemeinfrei

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