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28. Dezember 1937 – Todestag Maurice Ravel

Am 28. Dezember 1937 starb Maurice Ravel, ein bedeutender französischer Komponist des 20. Jahrhunderts.

Am 28. Dezember 1937 starb Maurice Ravel, ein bedeutender französischer Komponist des 20. Jahrhunderts. Sein Werk umfasst Klavier-, Kammer-, Orchester- und Vokalmusik, die sich durch Klarheit, Eleganz und Originalität auszeichnen. Ravel gilt neben Claude Debussy als Hauptvertreter des Impressionismus in der Musik, obwohl er selbst diesen Begriff ablehnte. Er war ein Meister der Orchestrierung, der auch einige Klavierwerke anderer Komponisten für Orchester bearbeitete, wie zum Beispiel die berühmte Bilder einer Ausstellung von Mussorgsky.

Ravels bekanntestes Werk ist zweifellos der Bolero, den er ursprünglich als Ballettmusik für die Tänzerin Ida Rubinstein komponierte. Der Bolero besteht aus einem einzigen, sich ständig wiederholenden Thema, das von verschiedenen Instrumenten nacheinander gespielt wird, während sich die Lautstärke und die Instrumentierung allmählich steigern. Das Stück endet mit einem abrupten Akkord, der die monotone Spannung auflöst. Ravel selbst bezeichnete den Bolero als ein Experiment mit einem einzigen musikalischen Element, nämlich dem Rhythmus. Er sagte, dass es kein Musikstück sei, sondern ein „langgezogenes Crescendo“.

Der Bolero wurde bei seiner Uraufführung im Jahr 1928 ein sofortiger Erfolg und löste sowohl Begeisterung als auch Kontroversen aus. Einige Zuhörer waren fasziniert von der hypnotischen Wirkung der Musik, andere empfanden sie als langweilig oder sogar lächerlich. Der Komponist selbst war überrascht von dem enormen Publikumsinteresse an dem Stück, das er als „ein Werk für Orchester ohne Musik“ bezeichnete. Er sagte, dass er es nicht ernst nehme und dass er es nur aus Geldgründen geschrieben habe.

Der Bolero wurde zu einem der populärsten klassischen Werke aller Zeiten und inspirierte zahlreiche Interpretationen und Adaptionen in verschiedenen Genres und Medien. So wurde er zum Beispiel als Filmmusik wie beim Film „Ekstase“ aus dem Jahr 1984 mit Bo Derek, als Eiskunstlauf-Choreographie, als Rockversion oder als Jazzarrangement verwendet. Einige der bekanntesten Interpretationen sind die von Jeff Beck, einem britischen Gitarristen, der den Bolero 1966 auf seinem Debütalbum Truth veröffentlichte, und die von Sergiu Celibidache, einem rumänischen Dirigenten, der den Bolero 1971 mit dem Dänischen Nationalen Radiosymphonieorchester aufführte. Beide Interpretationen zeichnen sich durch eine individuelle und kreative Herangehensweise an das Werk aus, die sowohl die Fans als auch die Kritiker spaltete.

Maurice Ravel starb am 28. Dezember 1937 in Paris an den Folgen einer Hirnoperation, die er sich unterzogen hatte, um seine fortschreitende neurologische Erkrankung zu behandeln. Er litt seit Jahren an einer progressiven Aphasie, die seine Sprach- und Schreibfähigkeit beeinträchtigte, sowie an einer Apraxie, die seine motorischen Fähigkeiten einschränkte. Diese Erkrankung könnte auch seine Komposition des Boleros beeinflusst haben, wie einige Hirnforscher vermuten. Ravel hinterließ ein reiches und vielfältiges musikalisches Erbe, das bis heute Generationen von Musikliebhabern und Musikern begeistert und herausfordert.

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