Am 29. Januar feiern die USA den Tag der Nelke (National Carnation Day), einen Gedenktag für den 25. Präsidenten William McKinley, der ein großer Liebhaber von Nelken war. Er trug immer eine rote Nelke an seinem Revers, die er für ein Glückssymbol hielt.
Der Tag der Nelke wurde 1903 von der Carnation League of America gegründet, einer Organisation, die von Lewis G. Reynolds aus Dayton, Ohio, initiiert wurde. Die Idee war, den Geburtstag von McKinley, der am 29. Januar 1843 geboren wurde, mit einer Blume zu ehren, die er so sehr schätzte. McKinley hatte die Nelke zu seiner Lieblingsblume erklärt, nachdem er 1876 eine von seinem politischen Gegner Levi Lamborn erhalten hatte, der ein Züchter von leuchtend roten Nelken war. McKinley gewann die Wahl zum Kongressabgeordneten von Ohio und glaubte fortan, dass die Nelke ihm Glück brachte.
McKinley trug die Nelke bei vielen öffentlichen Anlässen, auch als er zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde. Er hatte immer einen Korb voller Nelken in seinem Kabinett und schenkte sie oft seinen Besuchern. Er spielte auch eine wichtige Rolle bei der Ernennung der roten Landnelke (Dianthus caryophyllus) zum offiziellen Staatssymbol von Ohio im Jahr 1904. Die Nelke war also eng mit seiner politischen Karriere verbunden.
Doch das Schicksal wollte es anders. Am 6. September 1901 wurde McKinley bei einem Besuch der Pan-American Exposition in Buffalo, New York, von einem Attentäter angeschossen. Kurz bevor er getroffen wurde, soll er die Nelke, die er an seinem Revers trug, einem kleinen Mädchen gegeben haben. Viele glauben, dass er damit sein Glück verlor. Er starb acht Tage später an seinen Verletzungen.
Der Tag der Nelke ist also ein stiller Gedenktag, an dem die Amerikaner eine Nelke tragen, um an McKinley zu erinnern und ihren Patriotismus und ihre gute Staatsbürgerschaft zu zeigen. Die Nelke ist eine Blume, die für viele Anlässe und Jahreszeiten geeignet ist, aber auch für die Liebe zu einem Präsidenten, der sie zu seinem Markenzeichen machte.
