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8. Mai 1978 – Besteigung des Mount Everest ohne künstlichen Sauerstoff

Am 8. Mai 1978 schrieben zwei Männer Alpingeschichte: Reinhold Messner und Peter Habeler erreichten den Gipfel des Mount Everest; ohne künstlichen Sauerstoff.

Am 8. Mai 1978 schrieben zwei Männer Alpingeschichte: Reinhold Messner und Peter Habeler erreichten den Gipfel des Mount Everest; ohne künstlichen Sauerstoff. Was zuvor als unmöglich galt, wurde durch diesen Aufstieg widerlegt. Der Mensch, so glaubte man, könne in solchen Höhen ohne technische Hilfe nicht überleben. Doch Messner und Habeler bewiesen das Gegenteil; und veränderten damit nicht nur die Sicht auf den Himalaya, sondern auch die Vorstellung menschlicher Leistungsgrenzen.

Reinhold Messner wurde am 17. September 1944 in Brixen geboren und wuchs in Villnöß, einem abgelegenen Bergdorf in Südtirol, auf. Die Bergwelt war von klein auf seine Heimat. Schon als Kind unternahm er mit seinem Vater erste Klettertouren in den Dolomiten. In seiner Jugend kletterte er fast täglich; das war seine Schule. Nach dem Abitur studierte er kurzzeitig Architektur, widmete sich aber bald ausschließlich dem Alpinismus.

Messners Bergsteigerkarriere war von Anfang an geprägt vom Wunsch nach Reinheit und Verzicht. Er war einer der ersten Vertreter des sogenannten „Alpinen Stils“, der auf minimale Ausrüstung, keine Fixseile und keine Hilfsträger setzte; ein ethischer Gegenentwurf zum damaligen Expeditionsstil.

Nach zahlreichen schwierigen Touren in den Alpen und ersten Erfolgen im Himalaya rückte 1978 der Mount Everest in sein Blickfeld. Zusammen mit dem Österreicher Peter Habeler gelang ihm schließlich der Aufstieg ohne Sauerstoffgerät; in einer Höhe von über 8.800 Metern, wo der Luftdruck nur etwa ein Drittel des Meeresspiegels beträgt. Viele Mediziner hielten das für tödlich. Der Erfolg machte Messner weltberühmt.

In den folgenden Jahren setzte Messner neue Maßstäbe. Er bestieg bis 1986 als erster Mensch alle 14 Achttausender, die höchsten Berge der Welt, und das ohne künstlichen Sauerstoff. Ein weiterer Meilenstein war sein Alleingang auf den Mount Everest im Jahr 1980; wieder ohne Sauerstoff. Dabei war er vollkommen auf sich allein gestellt, ohne Unterstützung oder Funkverbindung, bei schlechtem Wetter.

Messners Karriere war nicht frei von Tragödien. 1970 verlor er bei einer Expedition am Nanga Parbat seinen jüngeren Bruder Günther. Der Tod des Bruders wurde zu einem jahrzehntelangen Trauma und später Gegenstand öffentlicher Debatten, die Messner schwer belasteten. Erst eine Untersuchung im Jahr 2005 bestätigte seine Darstellung der Ereignisse.

Nach dem Ende seiner Achttausender-Karriere wandte sich Messner neuen Herausforderungen zu; etwa der Durchquerung der Antarktis, Grönlands oder der Wüste Gobi, meist zu Fuß, mit minimaler Ausrüstung und oft ohne Begleitung.

Neben dem Abenteurerleben ist Messner auch als Autor zahlreicher Bücher bekannt geworden. In seinen Werken verarbeitet er nicht nur seine Expeditionen, sondern reflektiert über Grenzerfahrungen, Natur, Tod und Einsamkeit.

2004 gründete er das Messner Mountain Museum, ein Netzwerk von Museen in Südtirol, das sich der Geschichte des Alpinismus, der Beziehung zwischen Mensch und Berg sowie der Bergkultur widmet. Das Museum ist Ausdruck seines lebenslangen Bemühens, den Bergen einen kulturellen, spirituellen und ethischen Raum zu geben.

Zwischen 1999 und 2004 war Messner auch Mitglied des Europäischen Parlaments für die italienischen Grünen. Sein politisches Engagement konzentrierte sich auf Umwelt- und Kulturschutz.

Heute lebt Reinhold Messner auf Schloss Juval in Südtirol. Er ist weiterhin aktiv als Redner, Buchautor und Museumsleiter. Seine Stimme hat Gewicht; nicht nur als Bergsteigerlegende, sondern auch als Mahner für eine respektvolle Haltung gegenüber der Natur. In Interviews warnt er regelmäßig vor Kommerzialisierung, Massenandrang und Respektlosigkeit im Alpinismus.

Sein Lebensweg ist geprägt von Mut, Verlust, Überzeugung und der Bereitschaft, immer wieder neue Wege zu gehen; auch jenseits des Bekannten. Der Aufstieg ohne Sauerstoff auf den Mount Everest war der Anfang einer Bewegung. Reinhold Messner hat gezeigt, dass der Mensch in der Lage ist, über sich hinauszuwachsen; wenn er bereit ist, alles zu riskieren.

Bild: Shutterstock | Shutterstock

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  • Reinhold Messner shutterstock_737623468 crop: Shutterstock | Shutterstock
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  • Pablo_Neruda_by_Annemarie_Heinrich_1967-Gemeinfrei: Annemarie Heinrich | Gemeinfrei

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