Tim Allen wurde am 13. Juni 1953 als Timothy Alan Dick in Denver geboren. An seinem Geburtstag erinnert seine Karriere daran, wie ungewöhnlich amerikanische Unterhaltung manchmal verläuft: vom Stand-up-Comedian aus dem Umfeld von Detroit zum Fernsehstar, vom Sitcom-Heimwerker zum Pixar-Helden, vom Weihnachtsmann im Familienfilm zum späten Serienveteran.
Sein Leben begann nicht als geradlinige Erfolgsgeschichte. Als Allen elf Jahre alt war, starb sein Vater bei einem Autounfall; später zog die Familie nach Michigan. Dort studierte Allen, entdeckte die Bühne und trat Mitte der siebziger Jahre erstmals als Komiker auf. Seine Biografie enthält auch einen tiefen Bruch: 1978 wurde er wegen Kokainbesitzes festgenommen, verbrachte mehr als zwei Jahre im Gefängnis und beschrieb diese Zeit später als Wendepunkt.
Der Durchbruch kam 1991 mit der Sitcom „Hör mal, wer da hämmert“ („Home Improvement“). Als Tim Taylor, der selbstbewusste, oft scheiternde Heimwerker mit Hang zu Motoren, Werkzeugen und männlicher Selbstüberschätzung, wurde Allen zu einem der bekanntesten Fernsehgesichter der neunziger Jahre. Die Serie lief bis 1999 und machte aus seinem Stand-up-Material eine Figur, die zwischen Familienkomödie und Parodie auf den amerikanischen Heimwerkerkult stand.
Parallel gelang ihm der Sprung ins Kino. 1994 spielte er in „Santa Clause – Eine schöne Bescherung“ erstmals Scott Calvin, der unfreiwillig zum Weihnachtsmann wird. Ein Jahr später lieh er Buzz Lightyear in „Toy Story“ seine Stimme. Gerade diese Rolle wurde zu einem zweiten Markenzeichen: der überkorrekte Weltraumheld, dessen Pathos immer ein wenig größer ist als die Wirklichkeit. Dass Allen als Stimme von Buzz Lightyear bis heute erkannt wird, gehört zu den kuriosen Folgen dieses Erfolgs.
Nach dem Ende von „Home Improvement“ blieb Allen im Familien- und Komödienfach präsent, unter anderem mit „Galaxy Quest“, „Wild Hogs“ und weiteren Weihnachtsfilmen. Von 2011 bis 2021 spielte er in „Last Man Standing“ erneut einen konservativ geprägten Familienvater; die Serie lief über neun Staffeln. Seit 2025 ist er mit „Shifting Gears“ wieder in einer Sitcom-Hauptrolle zu sehen. Die Serie wurde 2026 um eine dritte Staffel verlängert.
Tim Allens Karriere lebt von einer auffälligen Spannung. Einerseits steht er für robuste, leicht altmodische Comedy über Männer, Familie, Autos und Alltagspanne; andererseits wurden gerade seine bekanntesten Figuren durch Unsicherheit komisch. Der Heimwerkerkönig baut ständig etwas kaputt, der Weihnachtsmann stolpert in seine Aufgabe hinein, Buzz Lightyear muss erst lernen, dass er kein echter Space Ranger ist. Vielleicht erklärt das seinen langen Erfolg besser als jede einzelne Rolle: Allen spielte selten makellose Helden. Er spielte Männer, die gern souverän wären und dabei sehr menschlich scheitern.
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