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16. Juni 1903 – Gründung Ford Motor Company

Am 16. Juni 1903 wurde in Detroit die Ford Motor Company gegründet. Henry Ford und zwölf weitere Kapitalgeber brachten 28.000 Dollar ein; der erste Ford wurde schon am 15. Juli 1903 verkauft.

Am 16. Juni 1903 wurde in Detroit die Ford Motor Company gegründet. Henry Ford und zwölf weitere Kapitalgeber brachten 28.000 Dollar ein; der erste Ford wurde schon am 15. Juli 1903 verkauft.

Die Firma wurde nicht aus dem Nichts geboren. Henry Ford hatte zuvor bereits gescheiterte Autoprojekte hinter sich. Entscheidend wurde das Modell T von 1908: ein robustes, vergleichsweise günstiges Auto, das Ford mit der Fließbandfertigung ab 1913 zum Symbol der Massenmotorisierung machte. Aus dem Automobil als Luxusgut wurde ein Produkt für breite Käuferschichten. Der hohe Lohn von fünf Dollar pro Tag ab 1914 war zugleich Sozialexperiment, Bindungsmittel und Teil eines streng kontrollierten Produktionssystems.

In den folgenden Jahrzehnten wuchs Ford zu einem Weltkonzern. Das River-Rouge-Werk bei Detroit wurde zum Sinnbild industrieller Größe: Rohstoffe, Teilefertigung und Endmontage sollten möglichst an einem Ort zusammenkommen. 1917 baute Ford den ersten eigenen Lastwagen, später wurden Pick-ups und Nutzfahrzeuge zu einem Kern des Unternehmens. Das Modell T blieb bis 1927 in Produktion; danach musste Ford lernen, dass Effizienz allein nicht genügte. General Motors setzte stärker auf Modellvielfalt, Komfort und jährliche Neuerungen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Ford moderner, internationaler und breiter aufgestellt. Lincoln blieb die Luxusmarke, Mercury wurde später aufgegeben. Der Mustang, 1964 vorgestellt, wurde rasch zu einem der bekanntesten Modelle der amerikanischen Autogeschichte. Er verband sportliche Form, vergleichsweise erschwinglichen Preis und eine große Auswahl an Motoren und Ausstattungen. Damit begründete er das Segment der sogenannten Pony Cars und wurde zu einem Symbol jugendlicher Freiheit, amerikanischer Popkultur und industrieller Markenbildung. Auch nach mehreren Modellgenerationen, Krisen und technischen Umbrüchen blieb der Mustang im Programm; heute steht er zugleich für Fords Verbrenner-Tradition und, mit dem Mustang Mach-E, für den Versuch, einen legendären Namen in die elektrische Zukunft zu übertragen. Die F-Serie wurde zum wirtschaftlichen Rückgrat des Konzerns.

Zugleich erlebte Ford schwere Krisen: Qualitätsprobleme, Ölpreisschocks, harte Konkurrenz aus Japan, später die Finanzkrise. Unter Alan Mulally gelang ab 2006 eine tiefgreifende Sanierung; anders als General Motors und Chrysler musste Ford 2009 keine staatlich gelenkte Insolvenz durchlaufen.

Heute steht Ford erneut vor einem Umbruch. Das Unternehmen mit Sitz in Dearborn wird von Jim Farley geführt; William Clay Ford Jr. ist Executive Chair. Der Konzern trennt sein Geschäft strategisch in klassische Fahrzeuge, Elektroautos und gewerbliche Kundenlösungen. 2025 erzielte Ford einen Rekordumsatz von 187,3 Milliarden Dollar, schrieb aber zugleich einen Nettoverlust von 8,2 Milliarden Dollar.

Damit ist Ford ein Unternehmen zwischen Tradition und Risiko. Die Marke lebt von Pick-ups, Nutzfahrzeugen, Mustang, Lincoln und einer mehr als 120-jährigen Industriegeschichte. Zugleich muss sie beweisen, dass sie Elektromobilität, Software, Qualität und globale Lieferketten besser beherrscht als zuletzt. Die Gründung von 1903 war deshalb mehr als der Start einer Autofirma; sie war der Beginn eines Industriekapitels, das bis heute nicht abgeschlossen ist.

Bild: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier
Bild: Werner Niedermeier

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