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7. August 2026 – Braham Pie-Tag

Am ersten Freitag im August dreht sich in der kleinen Stadt Braham im US-Bundesstaat Minnesota fast alles um Pie.

Am ersten Freitag im August dreht sich in der kleinen Stadt Braham im US-Bundesstaat Minnesota fast alles um Pie. Der Braham Pie-Tag hat sich seit seinen Anfängen zu einem großen Stadtfest entwickelt, bei dem Backwettbewerbe, Musik, Kunsthandwerk und natürlich jede Menge Kuchen (Pies) zum Programm gehören.

Eine Pie ist eine vor allem im englischsprachigen Raum verbreitete Form von Kuchen oder Pastete. Typisch ist eine Teighülle, die mit Obst, Creme, Nüssen oder auch herzhaften Zutaten gefüllt wird. Anders als bei vielen deutschen Kuchen liegt die Füllung häufig vollständig oder teilweise zwischen einem unteren und einem oberen Teigboden. Besonders bekannt sind etwa Apple Pie, Cherry Pie oder Pumpkin Pie.

Die besondere Beziehung Brahams zur Pie reicht allerdings deutlich weiter zurück. In den 1930er- und 1940er-Jahren führte eine beliebte Strecke von den Twin Cities, also Minneapolis und Saint Paul, durch Braham in Richtung Duluth und zu den Ferienhäusern im Norden Minnesotas. Viele Reisende machten unterwegs im Park Café Halt. Dort gab es Kaffee und hausgemachte Pies, die offenbar so beliebt waren, dass sich der Ort nach und nach einen Ruf als ausgesprochen gute Adresse für Kuchen erwarb.

1990 erhielt diese lokale Tradition sogar eine offizielle Würdigung. Der damalige Gouverneur von Minnesota, Rudy Perpich, erklärte Braham zur „Homemade Pie Capital of Minnesota“, zur Hauptstadt des hausgemachten Pies in Minnesota. Im selben Jahr wurde erstmals ein kleines Fest mit Pie und Eis veranstaltet. Finanziert wurde es mithilfe eines Tourismusprogramms des Bundesstaates. Zwei Jahre später verlegte man die Veranstaltung auf den ersten Freitag im August; bei diesem Termin ist es bis heute geblieben.

Aus dem vergleichsweise kleinen Fest ist inzwischen eine Veranstaltung geworden, die einen großen Teil des Ortes einbezieht. Zu den traditionellen Programmpunkten gehören ein Backwettbewerb, ein Pie-Esswettbewerb und ein Quiz rund um das Gebäck. Daneben gibt es Kunst aus wiederverwendeten Kuchenformen, Vorführungen, Geschichtenerzähler, Musiker, Kunsthandwerk sowie Ausstellungen mit historischen Fahrrädern und Autos. Bei früheren Veranstaltungen kamen nach Angaben der Organisatoren mehr als 5.000 Besucher nach Braham.

Besonders ernst nimmt man natürlich den Backwettbewerb. 2026 können Hobbybäcker unter anderem mit frischen Obst- und Cremepies, gebackenen Pies mit einfachem oder doppeltem Teigboden antreten. Eigene Kategorien gibt es für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren, Jugendliche und Teilnehmer ab 70 Jahren. Die eingereichten Kuchen werden anschließend versteigert; der Erlös unterstützt unter anderem Projekte für Kinder in der Region.

Die eigentlichen Stars des Tages bleiben jedoch die Pies selbst. Nach Angaben der Veranstalter werden während des Festes gemeinsam vom Organisationsteam und dem Park Café mehr als 1.000 hausgemachte und handwerklich hergestellte Pies ausgegeben. Dafür sind zahlreiche freiwillige Helfer nötig, die schon vor dem Fest Teig vorbereiten, Obst verarbeiten und Kuchen backen.

Damit ist der Pie Day weit mehr als einer der vielen kuriosen amerikanischen Lebensmittel-Aktionstage. Er erinnert an eine ganz konkrete örtliche Tradition, die aus einem beliebten Zwischenstopp für Reisende entstanden ist. Aus Kaffee und einem Stück Pie am Straßenrand wurde schließlich ein Fest, das seit mehr als drei Jahrzehnten zu Braham gehört.

Bild: Canva | Canva

Bildquellen auf dieser Seite:

  • Apfelkuchen Apple Pie Kuchen Dessert: Canva | Canva
  • Trainer Baseball Kinder: Canva | Canva
  • Wolfgang_Sawallisch_1988-CC-BY-SA-40: Andrea Riegel (Düsseldorf) | CC BY-SA 4.0 International

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