Am 12. Dezember hätte der norwegische Maler und Grafiker Edvard Munch Geburtstag gehabt. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Symbolismus und des Expressionismus, dessen Werke die menschlichen Emotionen von Liebe, Angst, Tod und Melancholie ausdrücken. Sein berühmtestes Gemälde, „Der Schrei“, ist zu einem Symbol der modernen existentiellen Angst geworden.
Munch wurde am 12. Dezember 1863 in Løten, Norwegen, geboren und wuchs in Oslo auf, das damals Christiania hieß. Er hatte eine schwere Kindheit, in der er seine Mutter und seine Schwester an Tuberkulose verlor und unter der strengen Religiosität seines Vaters litt. Er begann schon früh zu zeichnen und zu malen, um seine Krankheit und seine Albträume zu überwinden. Er studierte an der Königlichen Zeichenschule in Oslo und wurde von den französischen Impressionisten und Post-Impressionisten beeinflusst.
Munch reiste viel durch Europa und lebte zeitweise in Paris und Berlin, wo er die avantgardistischen Strömungen der Kunstszene kennenlernte. Er entwickelte einen eigenen Stil, der die innere Wirklichkeit und die psychologischen Zustände seiner Figuren betonte. Auch malte er oft Motive aus seinem eigenen Leben, wie seine unglücklichen Liebesbeziehungen, seine Angst vor Krankheit und Wahnsinn und seine Einsamkeit. Er schuf mehrere Versionen seiner wichtigsten Werke, die er als seinen Lebensfries bezeichnete, eine Serie von Bildern, die die verschiedenen Phasen des menschlichen Daseins darstellen.
Munch war auch als Grafiker äußerst erfolgreich und schuf vor allem Holzschnitte und Lithografien. Dabei experimentierte er mit unterschiedlichen Techniken und Farbwirkungen, um seine expressionistischen Bildideen weiterzuentwickeln. Darüber hinaus gehörte er zu den frühen Künstlern, die die Fotografie sowohl als eigenständiges künstlerisches Medium als auch zur Dokumentation des eigenen Lebens nutzten.
Sein Leben war von persönlichen Krisen und wiederholten Nervenzusammenbrüchen geprägt, die schließlich zu einem Aufenthalt in einer Klinik und zu einer bewussten Veränderung seiner Lebensweise führten. Nach seiner Rückkehr nach Norwegen zog er sich auf sein Landgut Ekely bei Oslo zurück, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1944 unermüdlich weiterarbeitete. Sein gesamtes künstlerisches Erbe vermachte er der Stadt Oslo; es bildet heute den Kern der Sammlung des Munch-Museums.
Munchs Kunst hat viele Generationen von Künstlern beeinflusst und inspiriert, die seine expressive und emotionale Sprache übernommen haben. Er wird als einer der größten Maler der Moderne angesehen, dessen Werk universell und zeitlos ist.
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