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19. Februar 1957 – Geburtstag Falco

Am 19. Februar 1957 wurde in Wien Hans Hölzel geboren, der später unter dem Künstlernamen Falco weltberühmt werden sollte.

Am 19. Februar 1957 wurde in Wien Hans Hölzel geboren, der später unter dem Künstlernamen Falco weltberühmt werden sollte. Kaum ein deutschsprachiger Musiker hat die Popkultur der 1980er Jahre so nachhaltig geprägt wie er. Mit seiner Mischung aus Rap, Pop und kühler Attitüde verkörperte er einen neuen Typ Popstar aus dem deutschsprachigen Raum, international, selbstbewusst und zugleich deutlich von seiner Herkunft geprägt.

Falco wuchs im Wiener Bezirk Margareten auf. Schon früh zeigte sich seine musikalische Begabung, er besuchte kurzzeitig das Konservatorium, brach die Ausbildung jedoch ab und schlug sich zunächst als Bassist in verschiedenen Bands durch. Entscheidende Erfahrungen sammelte er in der Wiener Undergroundszene, insbesondere in der Gruppe Drahdiwaberl, deren provokanter Stil den späteren Solokünstler stark beeinflusste. Bereits hier entwickelte er jene ironische Distanz und die präzise Sprechmelodik, die zu seinem Markenzeichen werden sollten.

Der Durchbruch kam 1981 mit der Single „Der Kommissar“. Der Titel verband Funkrhythmus mit deutschsprachigem Sprechgesang und wurde zunächst in Europa, später auch international erfolgreich. Falco gehörte damit zu den ersten Künstlern, die Rap in den europäischen Pop einführten, lange bevor Hip Hop global dominierend wurde. Sein eigentlicher Welterfolg folgte 1985 mit „Rock Me Amadeus“. Das Stück erreichte als bisher einziges deutschsprachiges Lied Platz eins der US Billboard Charts und machte Falco zum globalen Star. Begleitet wurde der Erfolg vom Album Falco 3 und weiteren Hits wie „Vienna Calling“ und „Jeanny“, letzterer zugleich umstritten und viel diskutiert wegen seiner düsteren Erzählperspektive.

Falco inszenierte sich bewusst als Figur zwischen Kunstfigur und Privatperson. Er spielte mit Rollenbildern, sprach über Ruhm, Oberflächlichkeit und Einsamkeit und verband Wiener Schmäh mit internationalem Popappeal. Gerade diese Mischung aus Distanz, Ironie und Melancholie unterschied ihn von vielen Zeitgenossen. Während andere deutschsprachige Künstler versuchten, international möglichst neutral zu wirken, betonte Falco seine Herkunft und machte Wien zu einem Teil seiner Marke.

Die zweite Hälfte seiner Karriere verlief wechselhaft. Nach dem enormen Druck des Welterfolgs folgten Jahre mit geringerer öffentlicher Aufmerksamkeit, aber weiterhin künstlerischer Arbeit. 1990 gelang ihm mit „Data de Groove“ ein respektiertes, wenn auch kommerziell weniger erfolgreiches Album. Sein letztes großes Comeback erlebte er 1998 posthum mit „Out of the Dark“, dessen Veröffentlichung kurz nach seinem Tod enorme Verkaufszahlen erreichte.

Falco starb am 6. Februar 1998 im Alter von 40 Jahren bei einem Verkehrsunfall in der Dominikanischen Republik. Sein früher Tod verstärkte den Mythos um seine Person, doch auch ohne diesen tragischen Abschluss wäre sein Einfluss unübersehbar geblieben. Er öffnete der deutschsprachigen Popmusik internationale Türen, bewies, dass Sprache kein Hindernis sein muss, und prägte Generationen von Künstlern zwischen Pop, Rap und elektronischer Musik.

Heute gilt Falco als einer der bedeutendsten europäischen Popmusiker des 20. Jahrhunderts. Seine Lieder sind fest im kulturellen Gedächtnis verankert, werden weiterhin gespielt und neu interpretiert. Zum Geburtstag erinnert man sich nicht nur an einen Hitproduzenten, sondern an einen Künstler, der Pop als Stilmittel verstand, als Theater und als Spiegel seiner Zeit.

Bild: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier
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