Am 19. April jährt sich der Geburtstag von Tim Curry, einem der markantesten britischen Darsteller der vergangenen Jahrzehnte. Der Schauspieler, Sänger und Sprecher wurde 1946 im englischen Grappenhall in der Grafschaft Cheshire geboren und prägte mit seiner Stimme, seiner Bühnenpräsenz und seinem Gespür für exzentrische Figuren Theater, Film und Fernsehen gleichermaßen. Sein Name ist eng mit Kultklassikern verbunden, zugleich reicht seine Karriere weit über einzelne Rollen hinaus.
Curry wuchs in einer Familie auf, die durch den Beruf des Vaters mehrfach umzog. Zeitweise lebte die Familie in Hongkong, später in Plymouth. Nach dem frühen Tod des Vaters besuchte er die Kingswood School in Bath. Anschließend studierte er an der University of Birmingham Englisch und Schauspiel. Diese Verbindung aus sprachlicher Bildung und darstellerischem Handwerk sollte seine spätere Laufbahn prägen. Curry galt nie nur als auffälliger Charakterkopf, sondern als äußerst präziser Schauspieler mit großem Gespür für Sprache, Rhythmus und Wirkung.
Seinen Durchbruch erlebte er auf der Bühne. Ende der 1960er Jahre spielte er in der Londoner Produktion des Musicals Hair. Wenige Jahre später übernahm er in The Rocky Horror Show die Rolle des Dr. Frank N. Furter. Die Figur machte ihn in London, Los Angeles und am Broadway bekannt. Mit der Verfilmung The Rocky Horror Picture Show wurde Curry schließlich international berühmt. Der Film entwickelte sich nach zunächst verhaltenem Kinostart zu einem der erfolgreichsten Mitternachtsfilme überhaupt und zu einem dauerhaften Phänomen der Popkultur. In den Münchner Museums-Lichtspielen gehört er bis heute zum festen Programm und wird dort seit Jahrzehnten regelmäßig gezeigt.
Bemerkenswert war, dass Curry sich nie auf diese eine Rolle festlegen ließ. Am Theater überzeugte er später unter anderem in Amadeus, My Favorite Year und Spamalot. Für mehrere Bühnenarbeiten erhielt er bedeutende Nominierungen. Gerade auf der Bühne zeigte sich seine außergewöhnliche Bandbreite zwischen Komik, Musikalität und Charakterspiel.
Auch im Film war Curry über Jahrzehnte präsent. In Annie spielte er den Rooster Hannigan, in Legend den düsteren Lord of Darkness. Große Popularität gewann er zudem mit der Krimikomödie Clue, in der er als Butler Wadsworth glänzte. Vielen Zuschauern blieb er außerdem als Pennywise in der Fernsehfassung von It in Erinnerung. Später folgten Rollen in Home Alone 2: Lost in New York und The Three Musketeers. Oft verkörperte er Gegenspieler, denen er Charme, Witz und Intelligenz verlieh.
Neben Film und Bühne arbeitete Curry intensiv als Sprecher. Einem jüngeren Publikum wurde er als Stimme von Nigel Thornberry in The Wild Thornberrys bekannt. Hinzu kamen zahlreiche Rollen in Zeichentrickserien, Hörspielen und Computerspielen. Seine markante Stimme machte ihn auch ohne sichtbaren Auftritt unverwechselbar.
Weniger beachtet, aber ebenfalls Teil seiner Laufbahn, ist seine Musik. Zwischen den späten 1970er und frühen 1980er Jahren veröffentlichte Curry mehrere Soloalben, darunter Read My Lips und Fearless. Damit zeigte er, dass Gesang für ihn nie bloß Nebensache war, sondern ein weiterer Ausdruck seiner künstlerischen Persönlichkeit.
Ein gesundheitlicher Einschnitt erfolgte 2012 durch einen Schlaganfall. Trotz bleibender Folgen zog sich Curry nicht vollständig zurück. Er blieb dem Publikum durch Stimmenarbeit, Interviews und ausgewählte öffentliche Auftritte verbunden. Damit bewies er jene Beharrlichkeit, die seine Karriere stets ausgezeichnet hat.
Sein Geburtstag ist daher für viele Film- und Theaterfreunde Anlass, auf ein ungewöhnlich vielseitiges Werk zu blicken. Tim Curry steht für Rollen, die man nicht vergisst, für eine Stimme mit Wiedererkennungswert und für die seltene Fähigkeit, selbst Nebenfiguren dauerhaft im Gedächtnis zu verankern. Wenige Darsteller verbinden Exzentrik, Präzision und Spielfreude so überzeugend wie er.
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