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7. Mai 2026 – Welt-Passkey-Tag

Der Welt-Passkey-Tag wird am 7. Mai begangen und macht auf eine Entwicklung aufmerksam, die im digitalen Alltag immer wichtiger wird: die Anmeldung ohne klassisches Passwort.

Der Welt-Passkey-Tag wird am 7. Mai begangen und macht auf eine Entwicklung aufmerksam, die im digitalen Alltag immer wichtiger wird: die Anmeldung ohne klassisches Passwort. Passkeys sollen das Einloggen einfacher und sicherer machen, weil Nutzer sich nicht mehr lange Zeichenfolgen merken, speichern oder regelmäßig ändern müssen. Stattdessen melden sie sich mit dem Gerät an, das sie ohnehin verwenden, etwa per Fingerabdruck, Gesichtserkennung, PIN oder Sicherheitsschlüssel.

Hinter dem Begriff Passkey steht ein technisches Verfahren, das auf öffentlicher und privater Kryptografie beruht. Vereinfacht gesagt erzeugt das Gerät des Nutzers ein Schlüsselpaar. Der öffentliche Schlüssel wird beim jeweiligen Dienst gespeichert, der private Schlüssel bleibt auf dem eigenen Gerät oder in einem geschützten Konto des Betriebssystems. Beim Einloggen wird nicht das geheime Passwort übertragen, sondern kryptografisch nachgewiesen, dass der passende private Schlüssel vorhanden ist. Für den Nutzer fühlt sich das meist an wie eine normale Geräteentsperrung.

Der wichtigste Vorteil liegt in der besseren Sicherheit gegen Phishing. Bei einem Passwort kann ein gefälschtes Login-Fenster genügen, um Zugangsdaten abzufangen. Ein Passkey ist dagegen an die echte Website oder App gebunden. Er funktioniert nicht einfach auf einer nachgebauten Seite, weil die technische Verbindung zur richtigen Adresse fehlt. Auch große Passwortlecks verlieren an Bedeutung, denn beim Anbieter liegt kein Passwort, das in Klartext oder als unsicher gespeicherter Hash gestohlen und später ausprobiert werden könnte.

Der Welt-Passkey-Tag steht damit auch für einen Abschied von einer langen Gewohnheit. Jahrzehntelang galt das Passwort als Grundform digitaler Sicherheit. Inzwischen ist es jedoch zu einer Schwachstelle geworden. Viele Menschen verwenden Passwörter mehrfach, wählen zu einfache Kombinationen oder speichern sie an unsicheren Orten. Passwortmanager haben vieles verbessert, doch sie bleiben eine Zwischenlösung: Sie verwalten ein Problem, das Passkeys im Idealfall gar nicht erst entstehen lassen.

Ganz verschwunden sind Passwörter allerdings noch nicht. Viele Dienste unterstützen Passkeys bisher nur zusätzlich. Manche Nutzer sind unsicher, was passiert, wenn ein Gerät verloren geht, gewechselt oder defekt ist. Auch Unternehmen müssen klären, wie Passkeys in bestehende IT-Strukturen, Notfallverfahren und Zugriffsrechte eingebunden werden. Deshalb ist der Wandel weniger ein plötzlicher Bruch als ein schrittweiser Übergang.

Auffällig ist, wie schnell große Plattformen die Technik übernehmen. Apple, Google, Microsoft, Amazon und viele Passwortmanager unterstützen Passkeys bereits. Microsoft stellte 2025 neue Konten standardmäßig stärker auf passwortlose Anmeldung um und verband diesen Schritt ausdrücklich mit dem Wandel vom World Password Day zum World Passkey Day.

Für Verbraucher bedeutet das vor allem: Passkeys werden im Alltag häufiger auftauchen. Beim Erstellen eines Kontos oder beim nächsten Login kann die Frage erscheinen, ob ein Passkey eingerichtet werden soll. Wer diese Möglichkeit nutzt, sollte darauf achten, dass das eigene Gerät gut geschützt ist, die Wiederherstellung des Kontos geklärt ist und möglichst mehrere sichere Anmeldewege vorhanden sind. Besonders sinnvoll ist ein Passkey bei wichtigen Konten wie E-Mail, Banking, Cloudspeicher, Onlinehandel und beruflichen Zugängen.

Der Welt-Passkey-Tag ist deshalb mehr als ein technischer Aktionstag. Er verweist auf eine grundsätzliche Veränderung im Umgang mit digitaler Identität. Sicherheit soll nicht mehr davon abhängen, ob ein Mensch sich ein kompliziertes Passwort merken kann. Sie soll stärker in Geräten, Standards und gut abgesicherten Verfahren verankert sein. Das macht den Nutzer nicht überflüssig, entlastet ihn aber von einer Aufgabe, die im modernen Internet kaum noch zuverlässig zu bewältigen ist.

Passkeys lösen nicht jedes Sicherheitsproblem. Geräte können gestohlen, Konten falsch eingerichtet und Wiederherstellungsverfahren missbraucht werden. Doch sie nehmen einem der größten Risiken den Druck: dem Passwort als ständig wiederverwendetem, leicht abgreifbarem Schlüssel zum digitalen Leben. Genau darin liegt die Bedeutung dieses Tages. Der Welt-Passkey-Tag erinnert daran, dass bessere Sicherheit nicht komplizierter sein muss. Manchmal beginnt sie damit, dass man ein Passwort gar nicht mehr braucht.

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