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4. August 2026 – Nacht der Nachbarschaft

Am ersten Dienstag im August findet in den Vereinigten Staaten die Nacht der Nachbarschaft (National Night Out) statt.

Am ersten Dienstag im August findet in den Vereinigten Staaten die Nacht der Nachbarschaft (National Night Out) statt. Millionen Menschen verlassen an diesem Abend ihre Häuser, treffen sich mit ihren Nachbarn und kommen mit Polizisten, Feuerwehrleuten und Mitarbeitern anderer Hilfsorganisationen ins Gespräch. Straßenfeste, Grillabende und Familienprogramme sollen den Zusammenhalt in den Wohnvierteln stärken und zugleich zur Kriminalprävention beitragen. In Texas und einigen anderen Regionen wird die Aktion wegen der großen Sommerhitze erst am ersten Dienstag im Oktober veranstaltet.

Die Idee entstand in den westlichen Vororten von Philadelphia. Matt Peskin engagierte sich dort während der 1970er-Jahre in einer örtlichen Nachbarschaftswache und stellte fest, dass zwar zahlreiche solcher Gruppen existierten, ihnen aber eine gemeinsame Plattform für den Erfahrungsaustausch fehlte. 1981 gründete er deshalb die National Association of Town Watch, kurz NATW. Die Organisation sollte Nachbarschaftswachen und örtliche Polizeibehörden miteinander vernetzen und ihnen Informationen sowie Material für ihre Arbeit zur Verfügung stellen.

Im August 1984 organisierte die NATW die erste Nacht der Nachbarschaft. Die Grundidee war zunächst denkbar einfach: Die Bewohner sollten ihre Außenbeleuchtung einschalten, sich vor ihren Häusern versammeln und damit zeigen, dass sie aufeinander und auf ihre Umgebung achteten. An der Premiere beteiligten sich rund 2,5 Millionen Menschen in 400 Gemeinden und 23 Bundesstaaten. Unterstützt wurde die Kampagne durch das Bureau of Justice Assistance des amerikanischen Justizministeriums.

Aus der symbolischen Aktion entwickelte sich rasch ein großes Nachbarschaftsprogramm. Heute organisieren Gemeinden unter anderem Straßenfeste, Umzüge, Konzerte, Kochveranstaltungen, Sicherheitsvorführungen und Angebote für Kinder. Polizeibehörden präsentieren Fahrzeuge und Ausrüstung, informieren über Einbruchschutz oder Verkehrssicherheit und beantworten Fragen der Einwohner. Häufig beteiligen sich auch Feuerwehr, Rettungsdienste, Vereine, Schulen, Kirchen und örtliche Unternehmen. Die Veranstaltungen finden nicht nur in allen 50 Bundesstaaten, sondern auch in amerikanischen Außengebieten und auf Militärstützpunkten im Ausland statt.

Hinter dem geselligen Charakter steht das Konzept des Community Policing. Sicherheit soll demnach nicht allein durch Polizeikontrollen entstehen, sondern auch durch dauerhafte Kontakte zwischen Behörden und Bevölkerung. Wer seine Nachbarn kennt, Veränderungen in seinem Wohnviertel wahrnimmt und Ansprechpartner bei der Polizei hat, kann Gefahren leichter erkennen und Probleme früher ansprechen. Zugleich sollen Begegnungen außerhalb von Notfällen oder Kontrollen helfen, Vorbehalte abzubauen und gegenseitiges Vertrauen zu schaffen. Das amerikanische Justizministerium beschreibt die Nacht der Nachbarschaft deshalb als Kampagne, die örtliche Beziehungen stärkt und Bürger zur Beteiligung an der Kriminalprävention ermutigt.

Ein einzelner Grillabend kann tief verwurzelte Konflikte zwischen Polizei und Bevölkerung allerdings nicht lösen. Besonders in Städten, in denen Polizeigewalt, soziale Ungleichheit oder Diskriminierung das Verhältnis belasten, reicht eine freundliche Begegnung allein nicht aus. Die Nacht der Nachbarschaft kann jedoch einen niedrigschwelligen Anfang bieten. Ihr ursprünglicher Gedanke ist nach mehr als vier Jahrzehnten unverändert geblieben: Ein Wohnviertel wird nicht allein durch Gesetze und Einsatzkräfte sicherer, sondern auch dadurch, dass Menschen einander kennen, Verantwortung übernehmen und miteinander sprechen.

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