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18. Dezember 1913 – Geburtstag Willy Brandt

Am 18. September 1913 war der Geburtstag von Willy Brandt, dem vierten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Am 18. September 1913 war der Geburtstag von Willy Brandt, dem vierten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Brandt war einer der bedeutendsten deutschen Staatsmänner des 20. Jahrhunderts, der die Politik in Deutschland, Europa und der Welt wesentlich mitgeprägt hat. Für seine neue Ostpolitik, die eine Zäsur im politisch konfrontativen Klima des Kalten Krieges einleitete, erhielt er 1971 den Friedensnobelpreis.

Brandt wurde am 18. Dezember 1913 in Lübeck als Herbert Ernst Karl Frahm geboren. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und engagierte sich schon früh in der Arbeiterbewegung. Als Hitler 1933 an die Macht kam, leistete er Widerstand und floh ins Exil nach Norwegen. Dort nahm er den Namen Willy Brandt an, um sich vor der Verfolgung durch die Nazis zu schützen. Nach der deutschen Besetzung Norwegens im Zweiten Weltkrieg flüchtete er nach Schweden, wo er bis 1945 lebte.

1947 kehrte Brandt nach Deutschland zurück und wurde 1948 Mitglied der SPD. Er machte Karriere in der Berliner Politik und wurde 1957 Regierender Bürgermeister von West-Berlin. In dieser Funktion erlebte er die zweite Berlin-Krise, den Mauerbau und den Besuch von US-Präsident John F. Kennedy. Brandt setzte sich für die Freiheit und die Rechte der Berliner Bevölkerung ein und wurde zu einem Symbol des Widerstands gegen die kommunistische Diktatur.

1961 trat Brandt als Kanzlerkandidat der SPD an, unterlag aber knapp dem CDU-Politiker Konrad Adenauer. 1966 wurde er Außenminister und Vizekanzler in der ersten Großen Koalition unter Kurt Georg Kiesinger. 1969 wurde er schließlich Bundeskanzler einer sozialliberalen Koalition von SPD und FDP. Unter dem Motto “Wandel durch Annäherung” gab Brandt die bis dahin an der Hallstein-Doktrin ausgerichtete Außenpolitik Westdeutschlands auf und begann einen Kurs der Entspannung und des Ausgleichs mit der Sowjetunion, der DDR, Polen und den übrigen Ostblockstaaten. Mit den Ostverträgen erkannte er die bestehenden Grenzen in Europa an und verbesserte die Beziehungen zu den Nachbarländern. Sein Kniefall von Warschau im Jahr 1970, bei dem er vor dem Denkmal für die Opfer des Warschauer Ghettos niederkniete, war eine Geste der Versöhnung und des Respekts, die weltweit Beachtung fand.

Brandt war auch ein Verfechter der europäischen Integration und der Entwicklungszusammenarbeit. Er unterstützte die Erweiterung der Europäischen Gemeinschaft und die Schaffung einer Europäischen Währungsunion. Er initiierte die Nord-Süd-Kommission, die sich mit den globalen Problemen der Armut, der Ungleichheit und der Umwelt beschäftigte.

1974 trat Brandt infolge der Guillaume-Affäre als Bundeskanzler zurück, nachdem bekannt geworden war, dass einer seiner engsten Mitarbeiter als Spion für die DDR tätig gewesen war. Der Rückzug aus dem Kanzleramt bedeutete jedoch keinen Abschied aus der Politik. Bis 1987 blieb er Vorsitzender der SPD; 1976 übernahm er zudem das Amt des Präsidenten der Sozialistischen Internationale. Auch danach setzte er sich mit großem Engagement für Frieden, Verständigung zwischen den Völkern und Abrüstung ein. Er starb am 8. Oktober 1992 in Unkel am Rhein.

Willy Brandt war ein Politiker mit Weitblick, Mut und Ausstrahlung, der die Geschichte Deutschlands und Europas nachhaltig geprägt hat. Er beschränkte sich nicht auf Worte, sondern suchte nach konkreten Veränderungen. Er machte Fehler und stellte sich ihnen offen. Für viele Generationen wurde er damit zu einem Orientierungspunkt, dessen Wirken bis heute nachhallt. Willy Brandt war ein bedeutender Deutscher und ein überzeugter Europäer.

Willy Brandt starb am 8. Oktober 1992 in Unkel am Rhein im Alter von 78 Jahren. Er wurde auf dem Waldfriedhof Zehlendorf in Berlin beigesetzt. Sein Grabstein trägt die Inschrift “Unser Weg ist Zukunft”.

Bild: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier
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