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9. Juni 1870 – Todestag von Charles Dickens

Am 9. Juni 1870 verstarb Charles Dickens, einer der bedeutendsten Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, auf seinem Landsitz Gad’s Hill Place in Rochester, England.

Heute jährt sich der Todestag von Charles Dickens, einem der bedeutendsten englischen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Er starb am 9. Juni 1870 im Alter von 58 Jahren in seinem Haus Gad’s Hill Place in Kent. Bis heute gehört Dickens zu den meistgelesenen Autoren der Weltliteratur.

Geboren wurde Charles John Huffam Dickens am 7. Februar 1812 in Portsmouth. Als Kind erlebte er die sozialen Härten des damaligen England hautnah. Sein Vater wurde wegen Schulden ins Gefängnis gebracht, und der zwölfjährige Charles musste in einer Schuhcremefabrik arbeiten, um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Diese Erfahrungen prägten ihn tief und wurden zur Grundlage vieler seiner späteren Werke.

Dickens begann als Reporter und veröffentlichte erste Texte unter dem Pseudonym „Boz“. Mit Die Pickwickier, seinem ersten Roman, gelang ihm 1836 der literarische Durchbruch. Es folgten Werke wie Oliver Twist, David Copperfield, Eine Weihnachtsgeschichte, Bleak House und Große Erwartungen. In seinen Romanen schilderte er mit großer erzählerischer Kraft die Lebensverhältnisse der Armen, das Elend der Straßenkinder und die Ungerechtigkeiten der viktorianischen Gesellschaft.

Typisch für Dickens sind seine lebendigen Figuren, sein Gespür für Dialoge und seine scharfe Beobachtungsgabe. Er verstand es, soziale Missstände literarisch eindrucksvoll zu verarbeiten, ohne belehrend zu wirken. Besonders Eine Weihnachtsgeschichte mit der Figur des geizigen Ebenezer Scrooge wurde weltberühmt und zählt bis heute zu den bekanntesten Weihnachtserzählungen.

Neben seiner schriftstellerischen Arbeit trat Dickens auch als Vortragsredner auf. Seine Lesereisen, vor allem in England und Nordamerika, waren sehr erfolgreich. Das Publikum schätzte seine dramatische Vortragsweise ebenso wie seinen scharfen Witz und seine Menschenkenntnis.

Im Privaten führte Dickens ein unruhiges Leben. Seine Ehe scheiterte, und er hatte zahlreiche Verpflichtungen, die ihn körperlich wie seelisch belasteten. In seinen späten Werken spiegelt sich eine zunehmende Ernsthaftigkeit. Der unvollendete Roman Das Geheimnis des Edwin Drood lässt viele Fragen offen und markiert das abrupte Ende eines außergewöhnlichen literarischen Schaffens.

Charles Dickens wurde in der sogenannten Poets’ Corner der Westminster Abbey beigesetzt. Seine Werke aber leben weiter. Noch heute regen sie zum Nachdenken über soziale Gerechtigkeit, Mitgefühl und menschliche Würde an. An seinem Todestag erinnern sich viele Leser an einen Autor, der nicht nur erzählte, sondern auch verändern wollte.

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