Der „Tag des Kaffees“ wird in Deutschland am 1. Oktober begangen und geht auf den Deutschen Kaffeeverband (kaffeeverband.de) zurück, der den Aktionstag 2006 eingeführt hat; seitdem bündelt er bundesweit Aktionen vom Röster bis zum Café, um Kaffee als Kultur- und Genussgut sichtbar zu machen. Organisatorisch ist der deutsche Termin an den „International Coffee Day“ (International Coffee Organization) angelehnt, den die Mitgliedstaaten der ICO 2014 offiziell auf den 1. Oktober festgelegt und 2015 in Mailand erstmals als gemeinsamen Welttag ausgerufen haben; Anliegen sind neben der Feier des Getränks insbesondere die Aufmerksamkeit für die Lage der Kaffeebauern, Nachhaltigkeit und fairer Handel.
Inhaltlich versteht der Verband den Tag als Einladung, die Vielfalt vom Filter bis zum Espresso zu entdecken und zugleich über Lieferketten und Qualität zu sprechen. Der deutsche Termin liegt bewusst auf dem 1. Oktober und läuft damit parallel zum internationalen Format; damit hat sich der Aktionstag von früheren, vereinzelt variierenden Terminen gelöst und eine klare Verortung bekommen.
Vom deutschen „Tag des Kaffees“ zu unterscheiden ist der „Tag des Kaffees in den USA“ (National Coffee Day) am 29. September. Dieses US-Datum hat keinen einheitlichen, offiziellen Stifter und wurde in den 2000er-Jahren vor allem durch Handelsaktionen großer Ketten populär; häufig wird auf den 29. September 2009 verwiesen, als das Southern Food and Beverage Museum in New Orleans im Rahmen des ersten New Orleans Coffee Festival den Tag öffentlich ausrief; seither nutzen Marken und Cafés ihn für Gutscheine, Gratisbecher und Sonderpreise. Kurz: 29. September in den USA, 1. Oktober in Deutschland und international.
Zahlen unterstreichen die Bedeutung: In Deutschland lag der Pro-Kopf-Konsum 2024 bei rund 163 Litern; Kaffee bleibt damit das beliebteste Getränk des Landes. Der Verband beobachtet zudem drei klare Trends: wachsende Nachfrage nach löslichem Kaffee, nach ganzen Bohnen für die Zubereitung zu Hause sowie nach nachhaltig zertifizierten Produkten; der Außer-Haus-Markt, vom Becher „to go“ bis zur Tasse im Café, legte zuletzt leicht zu. Deutschland ist darüber hinaus ein Schwergewicht der Branche: Es importiert große Mengen Rohkaffee, veredelt im Land und exportiert verarbeitete Kaffeeprodukte in hoher Stückzahl.
Der deutsche „Tag des Kaffees“ am 1. Oktober ist eine Verbandsinitiative mit Bildungs- und Genussanspruch und Teil des internationalen Kalenders der ICO; das US-Pendant am 29. September lebt vor allem von Promotions und besitzt keine einheitlich bestätigte Herkunftserzählung. Wer beide Termine im Blick behält, kann die Tasse zweimal hochhalten, einmal mit Blick auf Produzentenverantwortung und Qualität, einmal als kundige Feier der Kaffeekultur.

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